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Geschichte

Die Gründer der MPV: Antoon Houben, Erhard Künzler und Ingeborg Zimmermann waren als Schüler von Alexander Mitscherlich unabhängig voneinander in den Jahren 1967 bis 1972 nach München gezogen. Hier schlossen sie sich dem sogenannten ‚Friedmann-Kreis‘ an.

Dieser private Kreis von Psychoanalytikern gruppierte sich um den jüdischen Musikpädagogen und Pianisten Fritz Friedmann (1909 – 1975), der nach 20-jähriger Emigration 1953 nach München zurückgekehrt war. 1958 hatte er am ‚Münchner Institut für Psychologische Forschung und Psychotherapie‘ eine psychoanalytische Ausbildung abgeschlossen. Enttäuscht über das dort vertretene analytische Niveau gelang es ihm über seine vielfältigen Kontakte zur DPV, gleichgesinnte Kollegen zu einem Kreis zu vereinen, der sich den internationalen analytischen Standards verpflichtet fühlte. Personell war dieser Kreis zum Teil auch aus dem ‚Cremerius Zirkel‘ hervorgegangen, einer ebenfalls privaten Münchner Gruppierung um den Psychiater und DPV-Psychoanalytiker Johannes Cremerius (1918 – 2002).

1973 gründeten dann Antoon Houben, Erhard Künzler und Ingeborg Zimmermann als DPV-Lehranalytiker unter dem Namen ‚Psychoanalytische Arbeitsgemeinschaft München‘ (PAM e.V.) das damals 9. Ausbildungsinstitut der DPV.

Die Mitscherlich-Schule und das Psychoanalyseverständnis der Gruppen um Fritz Friedmann und Johannes Cremerius waren „die beiden wesentlichen Wurzeln, aus denen sich die PAM entwickeln konnte“. ( s.u.) Im Geist der Bewahrung der Grundwerte der Psychoanalyse, der Förderung ihrer Weiterentwicklungen und Anwendungsmöglichkeiten, der analytischen Hinterfragung der gesellschaftlichen Gegenwart wurden Ausbildung und öffentliche Veranstaltungen gestaltet.

Mit weiter hinzugekommenen Lehranalytikern, Supervisoren und Dozenten wurden weit über 60 Kandidaten ausgebildet. Ab dem Jahr 2006 wurde das Ausbildungsangebot Psychoanalyse (DPV) und psychoanalytische Psychotherapie um die Ausbildung in tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie erweitert. 2014 hat sich die PAM im Rahmen einer räumlichen Veränderung umbenannt in ‚Münchner Psychoanalytische Vereinigung e.V. (MPV)‘.

2016 musste die MPV als letztlich allzu kleines Institut ihren Ausbildungsbetrieb schließen.

Zitat von Reinhard Pabst aus ‚Psychoanalyse in München – eine Spurensuche‘, herausgegeben von Thea Bauriedl und Astrid Brundke, Psychosozial-Verlag, 2008.